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Wer sich etwas mit dem Thema Virtuel Reality in letzter Zeit auseinandergesetzt hat, weiß, dass sich gerade viel auf dem Markt bewegt. Die Meta Quest 2 ist – nach zwei Jahren Verzögerung – vor dem Weihnachtsgeschäft in Deutschland released worden und gleichzeitig ist mit der Pico 4 ein ernsthafter Konkurrent im Stand-Alone-Segment erschienen. Chris hat sich die Pico 4 einmal genauer angeschaut.

FOTO: PICO

Vor zwei Jahren habe ich die erste Berührung mit der Meta Quest 2 gehabt und konnte eine Applikation eines Entwicklerstudios ausprobieren. Ich war ziemlich von dem Stand-Alone-Headset angetan und das Einzige, was mich von dem Kauf abgehalten hat, war die Tatsache, dass das Gerät in Deutschland nicht erhältlich war. Die Immersion hatte mich aber echt gepackt und somit blieb mir der Test in guter Erinnerung. Wer etwas mehr in die Thematik einsteigen möchte, dem empfehle ich unseren Podcast „Richard Hoffmann – Unternehmer und VR-Experte“.

Mit gut zwei Jahren Verzögerung erschien nun auch in Deutschland die Quest 2 – gleichzeitig veröffentlichte der chinesische Konkurrent Pico sein neuestes Modell. Auf der HannoVR – einem Branchentreffen in Hannover – habe ich mir die Pico 4 sowie die Quest 2 einmal genauer angesehen, um eine Kaufentscheidung für mich treffen zu können. Beide Headsets wirkten dabei überraschend ausgereift und waren intuitiv zu bedienen. Auch das Softwareangebot der Quest 2 überzeugte sofort. Bei der Pico 4 war aber deutlich zu spüren, dass die Hardware einfach moderner ist. Nach dem Ersteindruck habe ich dann vor Weihnachten die Pico 4 bestellt.

Guter Start mit Potenzial

Die Pico 4 hat mich von der ersten Minute in den Bann gezogen. Die Immersion ist einfach unglaublich und wer noch nie ein VR-Headset ausprobiert hat, sollte das unbedingt nachholen. Überzeugt hat mich das Bedienkonzept der Pico 4. Ein Handbuch benötigt man nicht, denn die ersten Schritte sind geführt und danach bedient man die Oberfläche ganz intuitiv, wie ein Smartphone. Erstaunlicherweise habe ich die Tasten an den Controllern sofort richtig eingesetzt, daher gab es praktisch keine Einstiegshürden.

Ein Blick in den Pico-Shop zeigt allerdings, dass der Hersteller noch liefern muss. Das Angebot ist überschaubar, aber gut. Exklusivtitel fehlen derzeit noch und beliebte Inhalte wie Beat Saber sind den Meta-Modellen vorbehalten. Preislich bewegen sich die meisten Titel innerhalb einer Range von 30 Euro, was okay ist. Um das fehlende App-Angebot etwas zu kompensieren, gibt es Links zu 360 Grad Videos. Diese sind wirklich zu empfehlen, aber ungeübte sollten sich beim ersten Konsumieren hinsetzen. Wenn das Video mitten in der Luft, hunderte Meter über dem Boden vor einer riesigen Felswand beginnt, können die Knie schonmal einsacken. Ein Wow-Effekt bleibt aber nicht aus. Das Entdeckerfieber bleibt auch garantiert die ersten Tage ungebrochen erhalten. Dabei zeigt sich auch, ob man mit der VR gut zurechtkommt oder ob man schnell an Übelkeit leidet (Simulator Sickness). Ich bin da leider ein Kandidat für. Bewege ich mich mit den Controllern frei in der Umgebung wird mir sofort schlecht. Abhilfe schafft hier oft sich mit Sprungpunkten fortzubewegen. Als Selbstexperiment werde ich die nächsten Monate beobachten, ob sich dieser Effekt abmildert oder präsent bleibt.

Natürlich kann das Headset auch mit dem PC verbunden werden. Selbst ausprobiert habe ich es noch nicht, denn die Grafikkarte muss ordentlich Power haben, um die Datenmenge zu berechnen und als Video auf die Brille zu streamen.

Fazit

Der Einstieg in die VR ist momentan günstig. Zwischen 400 und 500 Euro legt man für die Pico 4 auf den Tisch. Ob man sich die 128 GB-Version oder eine Nummer größer kauft, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Meinungen im Netz gehen auseinander. 128 GB ist den meisten Nutzern völlig ausreichend, ich habe allerdings zur 256 GB-Version gegriffen – sicher ist sicher. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass das Software-Angebot bei Pico weiter ausgebaut wird, aber Konkurrenz belebt ja schließlich das Geschäft. Anfangs profitiert man auf jeden Fall von den günstigeren Preisen – vermutlich sind die Geräte ebenfalls subventioniert, wie bei Meta.

Meta hat direkt zum Release der Quest 2 in Deutschland die Preise um etwa 100 Euro erhöht und die Pro-Version liegt bei gut 1.800 Euro. Auch Pico bietet eine Business-Version des Modells für über 1.000 Euro an. Durch die neuen Produkte ist zu erkennen, wie sich der Markt in der kommenden Zeit segmentieren wird. Die Einsteigermodelle werden zwischen 500 und 800 Euro liegen, PCVR direkt darüber und der Business-Bereich wird sich wohl jenseits der 1.500 Euro einpendeln.

Auch Apple hat angekündigt in den Markt einzusteigen, hat aber auch verlauten lassen, sich im höheren Preissegment zu platzieren. Insgesamt wird VR also für den Einsteiger erschwinglich, für mehr Features und Leistung müssen die Nutzer aber richtig in die Tasche greifen.

About author

Chris

Christian Thieme ist Fotograf, Journalist und PR-Berater. Der gebürtige Niederrheiner wurde in Wesel geboren und hat mit sechs Jahren seine Leidenschaft für Computerspiele entdeckt. Sein erstes System war der Commodore Amiga 500 gefolgt von einem 486er DX 40. Sein liebstes Genre sind Point & Click Adventures.

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