Rettet Bethesda die Singleplayer-Erfahrung? – das E3-Fazit

Battlefield V, Doom Eternal, Fallout 76, Last of Us Part 2 und Spiderman. Die E3 2018 ist in vollem Gange und kommt, neben den zu erwartenden Fortsetzungen, auch mit der einen oder anderen Überraschung um die Ecke. Für Spiele-Fans also ein Spektakel, wie für Fußball-Fans die Weltmeisterschaft. Doch ich möchte heute über Bethesdas Pressekonferenz sprechen. Auslöser ist, dass Bethesda im Dezember 2017 über Twitter die Bedeutung von Singleplayer-Spielen hervorgehoben hat. Nun stelle ich mir die Frage, lassen sie ihren Worten auf der E3 2018 Taten folgen?

 

Pete Hines, der Global Senior President von Bethesda, startet die Konferenz mit Humor und teilt einen verbalen Hieb gegen Walmart aus. Walmart hat ein paar Wochen vorher bereits einige Spiele, die auf der E3 angekündigt werden sollten, unglücklicherweise bekannt gegeben. Hier zeigt Bethesda einen guten Umgang mit solch einem Fauxpas. Das erste Spiel über das Bethesda spricht ist also keine Überraschung mehr. Es geht um Rage 2. Ein postapokalyptisches Singleplayer-Abenteuer von Id Software, den Machern von Doom und Avalanche Studios, die mit Just Cause berühmt geworden sind. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist Rage 2 bunter, schneller und abgedrehter. Eine Mischung aus Mad Max und Destiny beschreibt am ehesten, was Bethesda im Gameplay gezeigt hat. Singleplayer +1

Rage 2 – Quelle: Bethesda

Als nächstes stellt Bethesda neue DLCs für Elder Scrolls Online vor. MMO-typisch gibt es neue Gebiete und Dungeons in denen die Spieler leveln und looten können. Obendrauf gibt es noch ein Video zur aktuellen Summerset Erweiterung. Wenig überraschend und auch schnell abgehandelt. Multiplayer +1

DOOM Eternal – Quelle: Bethesda

 

Nach diesem recht gewöhnlichen Update geht es sofort in den nächsten Trailer. Eine Kamerafahrt durch eine zerstörte Landschaft, dazu harte Gitarrenriffs und Dämonen, die durch die Gegen ziehen. Das kann nur eins sein, Doom Eternal! Ganz nach dem Stil des ersten Dooms wird Doom Eternal eine konsequente Fortsetzung. Mehr Dämonen, mehr Fähigkeiten, mehr Geballer. Singleplayer +1

 

Von einem Klassik First Person Shooter zum nächsten, geht es mit Quake Champions weiter. Auch hier erfindet Bethesda das Rad nicht neu und kündigt eine Trial-Version zu dem Multiplayer Arena Shooter an. Ziel ist es Feedback von der Community zu bekommen um an den richtigen Stellen nachzubessern. Leider kann der gezeigt Trailer mit altbackener Grafik und austauschbaren Szenen nicht überzeugen. Multiplayer +1

 

Prey Mooncrash – Quelle: Bethesda

Auch das überraschende Remake zu Prey bekommt ein Update. Neben neuen Spielmodi, wie New Game Plus oder Survival Mode, wird auch der neuer DLC „Mooncrash“ angekündigt. In diesem muss der Spieler von einer Mondbasis entkommen. Der Clou hierbei: je länger die Runge geht, desto schwieriger wird es. Sollte der Spieler sterben, fängt er den Ausbruch wieder von vorne an. Besonders wird die Freiheit betont, die der Spieler hat, um das DLC zu lösen. Zusätzlich wird es einen zusätzlichen PVP-Modus, namens Typhon Hunter“, geben. Dort tritt ein Spieler gegen fünf andere Spieler, die in die Rolle der sogenannten Mimics schlüpfen, an. Die Mimics können sich in jeden Gegenstand verwandeln, um sich vor dem Spieler zu tarnen und ihn in den Rücken zu fallen. Dieser Modus verspricht viel spannende Gefechte mit garantierten Jumpscares. Singleplayer und Multiplayer +1

 

Der nächste Kandidat auf der Bühne ist Wolfenstein Young Blood. Auch hier handelt es sich um eine Fortsetzung, allerdings wird der Fokus auf den Koop-Modus gelegt. Erzählerisch werden die Spieler nicht wieder in die Rolle von BJ Blazkowicz schlüpfen, sondern sie werden die Kontrolle über seine Zwillingstöchter übernehmen. Demzufolge spielt Wolfenstein Young Blood einige Jahre nach dem letzten Wolfenstein Teil. Ich kann nur vermuten, dass der Mix aus überdrehter Action und Humor ebenfalls seinen Weg in die Fortsetzung finden wird. Der Trailer gibt leider kaum Aufschluss und wirkt eher wie ein kurzer Teaser. Multiplayer +1

 

Bis hier hin ist die Pressekonferenz leider sehr ernüchternd, doch dann kommt Todd Howard auf die Bühne. Der Game Director, der für die Fallout und Elder Scrolls Serien verantwortlich ist, weiß das Publikum zu begeistern. Hier und da witzelt er und vergleich die E3 mit einem Kind das erwachsen wird. Seine erste Ankündigung Skyrim the very special Edition. Eine Skyrim-Version für Alexa. Der witzige Videoclip lockert die Stimme auf und Bethesda beweist, dass es sich selbst auch auf die Schippe nehmen kann. Und dann kommt das Highlight der Bethesda Konferenz. Fallout 76.

Fallout 76 – Quelle: Bethesda

Fallout 76 ist ein Prequel mit einer vier Mal so großen Welt wie in Fallout 4. Es spielt in West Virginia zu der Zeit in der der erste Vault nach der nuklearen Katastrophe geöffnet wird, um das Land wieder bewohnbar zu machen. Der stimmungsvolle Trailer wird mit dem passenden Countrysong „Country Roads“ untermalt und macht Lust auf mehr. Es wird ein MMO, das trotzdem seine Singleplayer-Tugenden der Vorgänger behalten soll. Leider wurde in einem Interview nach der Pressekonferenz gesagt, dass es keine NPCs geben wird und dass die Spielerzahl auf den Servern zwischen 24 und 32 Spielern liegt. Das lässt für den Singleplayer-Aspekt leider nichts Gutes vermuten, da die schrulligen NPCs immer ein Alleinstellungsmerkmal von Fallout sind und viel zur Atmosphäre beitragen. Gameplaytechnisch wird der Fokus auf die Wiederbesiedlung des Wastelands liegen. Auch Crafting der eigenen Ausrüstung wird einen großen Punkt im Spiel ausmachen. Etwas bizarr wirkt die Mechanik, Abschusscodes für Atombomben zu sammeln um diese auf einen, durch den Spieler ausgewählten, Ort abzuwerfen. Am Einschlagsort wird sich nach der Explosion besonders wertvoller Loot, aber auch besonders starke Monster befinden. Einige Fans sind von dieser Entwicklung nicht begeistert. Ich selbst bin ebenfalls skeptisch, aber habe die Hoffnung, dass Bethesda den Spagat zwischen MMO und Singleplayererfahrung meistern wird. Multiplayer +1

Fallout 76 – Quelle: Bethesda

Nach diesem Kracher holt Todd Howard erneut aus und verfehlt leider. Elder Scrolls Blades ist ein mobile Elder Scrolls Spiel für Smartphones inklusive Virtuel Reality unterstützung. Der Umfang soll Elder Scrolls üblich und damit umfangreich sein. Man spielt aus der First Person-Perspektive, erkundet Dungeons und andere Gebiete, baut seine Stadt aus und kämpft in der Arena gegen andere Spieler. Ab Herbst kann die App kostenlos gespielt werden und könnte potential für eine kurze Runde in der Bahn oder Unterwegs bieten.

 

Elder Scrolls Blades – Quelle: Bethesda

Mit dem nächsten Streich habe ich allerdings nicht gerechnet. Todd Howard kündigt ein neues Scifi-Spiel einer komplett neuen Marke an. Doch leider gibt es bis auf einen kurzen Teaser von Starfield nicht mehr zu sehen.

Zum Schluss der Konferenz kündigt Bethesda mit einem 28 Sekunden Teaser das nächste vollwertige Elder Scrolls 6 an. Jedoch ist in dem Teaser lediglich eine Kamerafahrt über eine Landschaft mit Gebirgen, begleitet von dem bekannten Theme, zu sehen. Das Bethesda an einem neuen Teil ihrer erfolgsreiche Elder Scrolls arbeitet ist nicht überraschend und die Abwesenheit von Informationen leider enttäuschend. Singleplayer +1

 

Eingangs habe ich die Frage gestellt, ob Bethesda ihrem eigenen Aufruf #singleplayer1 gerecht wird. Der Punktestand zählt Singleplayer vier zu Multiplayer fünf und auch mein Bauchgefühl nach der Konferenz sagt mir, dass Bethesda den Schwenk auf einen Multiplayerfokus macht. Damit halten sie meiner Meinung nach ihr Versprechen von Dezember nicht ein. Aber vielleicht macht Qualität mehr aus als Quantität. Was ist eure Meinung dazu? Wie wichtig sind euch Singleplayer-Spiele? Findet ihr Bethesda hat widersprüchlich zu ihrem Tweet im Dezember gehandelt?

Sagt mir eure Meinung und lasst uns gerne diskutieren.