Ein neuer Grabstein auf dem Studio-Friedhof: EA schließt Visceral Games

 

Der kalifornische Spieleentwickler Visceral Games wurde am vergangenen Dienstag vom Mutterkonzern EA geschlossen. Das vor allem durch seine Dead Space Reihe (Let’s Play gibt es hier) bekannt gewordene Studio arbeitete zuletzt an einem brandneuen Star Wars Spiel mit dem inoffiziellen Arbeitstitel „Star Wars Visceral“. Leider musste EA bei verschiedenen Marktforschungen am Gamer feststellen, dass das vorgesehene Spielprinzip des neuen Titels nicht dem aktuell am Markt verlangten entspricht.

RIP Visceral Games

 

Patrick Söderlund, Executive Vice President von EA Worldwide Studios, schrieb in einem Blogartikel auf der offiziellen EA-Seite:

„Unsere Industrie entwickelt sich schneller und dramatischer als je zuvor. Die Spiele, die wir spielen und mit denen wir Zeit verbringen wollen, die Erfahrungen die wir in diesen Spielen machen wollen und die Art zu spielen… all diese Dinge ändern sich ständig. Das gilt auch für die Art wie Spiele gemacht werden. In dieser schnelllebigen Umgebung konzentrieren wir uns ständig darauf, Erfahrungen zu kreieren, die unsere Spieler wollen… und heute heißt das, dass wir eine große Änderung an einem unserer zukünftigen Titel herbeiführen.

Unser Visceral Studio entwickelte ein Action-Adventure im Star Wars Universum. In seiner bisherigen Form sollte es ein Story-basiertes, lineares Adventure werden. Während des gesamten Entwicklungsprozess haben wir dieses Konzept mit Spielern getestet, auf das Feedback wie und was sie spielen gehört und genau die fundamentalen Änderungen am Spielemarkt beobachtet. Es ist klar geworden, dass das Design geändert werden musste, damit Spieler eine Erfahrung erhalten, zu der sie gerne zurückkehren und die sie für lange Zeit genießen können. […]“

Söderlund schreibt weiter, man wolle die hauseigene Frostbite Engine weiterbenutzen, die Authentizität des Star Wars Universums bewahren und ein Star Wars Adventure mit großer Tiefe und Breite zum Erforschen bieten.

Einige Stimmen in der Branche mutmaßen, das Spiel könne ein „Service Game“ werden, ein Titel also, der den Spieler lange an sich binden will. Die auch als „Games-as-a-Service“ bezeichneten Spiele sollen, vor allem durch eine gute Mechanik, langen Spielspaß für den Konsumenten bieten und durch Micropayments den Studios Gewinne bringen. Bestes und bekanntestes Beispiel ist Grand Theft Auto V: seit seinem Erscheinen im Jahr 2013 hat das Spiel bereits mehr als eine Milliarde Dollar umgesetzt.

Ein Großteil der ehemaligen Mitarbeiter von Visceral Games soll nun auf andere Konzernteile EAs umverteilt werden. Darunter auch die erst 2014 zum Studio gewechselte Amy Henning, die für die Uncharted Spielereihe verantwortlich zeichnet.

Die Konkurrenz beweist hingegen Humor. Der Publisher Devolver Digital bietet den entlassenen Mitarbeitern von Visceral einen Job an. In einem Tweet schreibt Devolver, wenn einer der Entwickler an einem Space Balls Spiel mitarbeiten will, solle er sich melden. Leider bleibt dies wahrscheinlich ein Traum. Schade.