Ein Leben ohne Tod – Altered Carbon


 

Stellt euch eine Welt vor, in der der Tod nicht das Ende ist. Nach eurem Ableben werdet ihr einfach in einen neuen Körper hochgeladen. Wie lebt man so ein Leben ohne Konsequenzen? Was ist ein Leben noch wert, wenn der Geist den Körper wechseln kann? Und was passiert, wenn doch jemand endgültig stirbt? Dies umreißt nur grob das Szenario in dem Altered Carbon spielt. Die Science-Fiction Serie ist ein neues Projekt von Netflix und hat mich in seinen Bann gezogen. Doch worum geht es eigentlich?

 

Takeshi Kovacs ist ein ehemaliger Elitesoldat und wird 250 Jahre nach seinem Tod wiedererweckt. Wie das möglich ist? Durch eine Alien Technologie namens „Stack“. Auf diesen Stacks wird der Geist eines Menschen gespeichert. Dadurch kann man in jedem Körper (hier genannt Sleve) wiedergeboren werden. Egal ob der Körper geklont oder kybernetisch ist. Die einzige Möglichkeit endgültig zu sterben ist, den Stack zu zerstören.

 

Takeshi wacht also in einer für ihn neuen Welt auf, in einem Körper der nicht ihm gehört. Schnell erfährt er, dass seine Seite den Krieg verloren hat und er als Terrorist gebrandmarkt ist. Doch Laurens Bancroft, ein sehr mächtiger und noch reicherer Mann, hat ihn wiederbeleben lassen um einen Mord aufzuklären. Das Opfer ist Bancroft selber. Die Oberschicht der Gesellschaft hat Möglichkeiten einen Back Up von ihrem Stack in regelmäßigen Abständen machen zu lassen. Dadurch sind sie praktisch so gut wie unsterblich, dennoch hat jemand es fast geschafft Bancroft fast endgültig zu töten. Er möchte nun mit allen Mitteln wissen wer das war und Takeshi soll das für ihn rausfinden. So beginnt der spannende Detektivfall in einer düsteren, brutalen und hochgradig digitalisierten Welt. Und da sind wir schon bei dem ersten Punkt, der mich an dieser Serie fasziniert: Die Welt.

 

Es ist eine düstere Cyberpunk Welt, die stark an eine Mischung aus „Blade Runner“ und „Ghost in the Shell“ erinnert. Überall gibt es grelle Neon-Anzeigen, die die bedrückenden, verregneten Gassen mit Licht erfüllen. Zwielichtige Gestalten stehen an jeder Ecke und lauern auf ihr nächstes Opfer. In den reicheren Vierteln sieht es hingegen ganz anders aus. Dort gibt es viele Pflanzen, helle, reine Flächen, kurz gesagt es sieht wie „geleckt“ aus. Die Serie weiß sich mit den richtigen Kameraeinstellungen gut zu präsentieren und bietet auch in kleineren Gebieten immer wieder Abwechslung im Stil.

 

Die interessanten Charaktere tragen einen weiteren Teil zu meiner Begeisterung von Altered Carbon bei. Nach und nach erfährt man mehr über die Charaktere und auch über deren Sleves. So hat nicht nur Takeshi eine Vergangenheit, sondern sein neuer Körper ebenfalls. Freunde und Feinde erkennen seinen Körper und verwechseln ihn mit seinem ursprünglichen Wirt. Dies führt Takeshi des Öfteren in interessante und spannende Situationen aus denen er sich befreien muss. Apropos befreien, mit Gewalt oder nackter Haut geizt Altered Carbon an keiner Stelle. Das passt gut ins Gesamtbild der rauen Welt, auch wenn es dadurch zwischen Sexszenen mit Softporno-Niveau und blutigen Schusswechseln wechselt. Also ganz klar nichts für Leute mit schwachen Gemütern. Die Kampfszenen sind rar und gut überlegt gesetzt, denn der Fokus ist die Detektivgeschichte.

 

Ich hoffe, ich konnte euch neugierig auf die Serie machen, denn ich kann sie nur empfehlen. Wem die 10 Folgen auf Netflix nicht ausreichen, der kann das Buch „Das Unsterblichkeitsprogramm“ von Richard Morgan lesen, das die Grundlage für die Serie gab.

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