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Vom Acker auf den Thron

Ein Königreich beginnt im Stall

Kein Feldzug, keine Drachen und keine Prophezeiung: In Agricola – The King's Farmer beginnt der Weg zur Krone mit einem kleinen Stück Land, knappen Vorräten und vermutlich jeder Menge Arbeit. Das Kölner Indie-Studio kann zaubern bringt die mittelalterliche Wirtschafts- und Landwirtschaftssimulation seit dem 30. Juni 2026 auf Steam und Android zurück.

Fast vier Jahrzehnte nach der ursprünglichen Veröffentlichung auf dem Commodore 64 erhält Agricola damit eine Neuauflage, die sich bewusst an den Wirtschaftssimulationen vergangener Heimcomputerzeiten orientiert. Titel wie Kaiser, Die Fugger und Winzer dienen als erkennbare Vorbilder. Entsprechend sollten angehende Monarchen nicht damit rechnen, dass ihnen die Krone nach wenigen geernteten Getreidesäcken überreicht wird.

Zu Beginn verwalten die Spieler einen bescheidenen Hof mit überschaubaren Mitteln. Felder müssen bestellt, Tiere versorgt und Investitionen sorgfältig geplant werden. Im weiteren Verlauf kommen Pferdezucht, Jagd, Finanzverwaltung und der Ausbau des eigenen Landbesitzes hinzu. Jede Entscheidung soll den Hof ein Stück voranbringen – oder dafür sorgen, dass der Traum vom Königreich vorerst auf dem Misthaufen landet.

Das Ziel bleibt dabei ungewöhnlich direkt: Aus dem einfachen Bauern soll eines Tages ein König werden. Der Weg dorthin ist jedoch von Rückschlägen geprägt. Entwickler Anton Sikora beschreibt das Scheitern ausdrücklich als Teil des Spielerlebnisses. Agricola soll die Konsequenz klassischer Strategiespiele bewahren, ohne Fortschritte vollständig im nächsten verlorenen Durchgang verschwinden zu lassen.

Dafür ergänzt das Remake die historische Vorlage um Erfahrungspunkte, freischaltbare Bonuskarten und verschiedene Startdecks. Diese Systeme sollen neue taktische Möglichkeiten eröffnen und dafür sorgen, dass auch ein missglückter Versuch Spuren hinterlässt. Spieler können ihren bevorzugten Stil schrittweise ausbauen und sich mit anderen Voraussetzungen an den nächsten Anlauf wagen.

Gespielt wird rundenbasiert. Neben dem Einzelspielermodus steht ein lokaler Hot-Seat-Modus für bis zu vier Personen bereit. Damit lässt sich am selben Gerät klären, wer seine Felder vorausschauend bestellt, seine Tiere erfolgreich vermehrt und beim Umgang mit den Finanzen nicht schon vor der nächsten Ernte den königlichen Offenbarungseid leisten muss.

Optisch setzt Agricola – The King's Farmer auf handgezeichnete Illustrationen, die an klassische Brettspiele und Strategiespiele erinnern. Die musikalische Begleitung stammt von dem Kölner Musiker Sascha Poloczek, der unter dem Namen klangkombüse arbeitet. Entwickelt wurde das Spiel mit der Unity Engine.

Auch beim Geschäftsmodell orientiert sich kann zaubern eher am klassischen Spielekauf als an mobilen Dauershops. Agricola wird einmalig erworben und enthält weder Werbung noch Mikrotransaktionen. Zusätzliche Plattformen sind für die Zukunft vorgesehen, konkrete Versionen wurden bislang jedoch nicht genannt.

Für kann zaubern ist Agricola – The King's Farmer die nächste Veröffentlichung nach Tiny Little Kingdoms aus dem Jahr 2019. Wer Freude an fordernden Wirtschaftssystemen, langfristiger Planung und dem gelegentlichen Scheitern an den eigenen Entscheidungen hat, kann den Weg vom Bauernhof zum Thronsaal nun auf PC und Android antreten.