Bild: Blue Ridge Games

Blue Ridge Games setzt auf Indies

13. August 2026
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Games-Branche und Transparenz

game legt die Karten auf den Tisch

Transparenz ist in der Games-Branche kein Feature, das sich einfach per Patch nachreichen lässt. Der game – Verband der deutschen Games-Branche will nun genauer zeigen, wie die eigene Arbeit hinter den Kulissen funktioniert. Dafür veröffentlicht der Branchenverband erstmals einen Transparenzbericht, der künftig jährlich erscheinen soll.

Der Bericht für das Geschäftsjahr 2025/2026 beschäftigt sich unter anderem mit den Strukturen und Entscheidungswegen des Verbands, seiner Finanzierung, der politischen Interessenvertretung und der Kommunikation nach außen. Dabei orientiert sich der game an den Standards der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Auch das politische Selbstverständnis des Verbands bekommt darin einen festen Platz.

Ein Blick auf die Mitgliederzahlen zeigt, wie sich der Verband seit seinem Zusammenschluss im Jahr 2018 entwickelt hat. Zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März 2026 gehörten dem game 511 Mitglieder an. Zum Zeitpunkt der Fusion waren es laut Übersicht im Bericht 178. Heute reicht das Spektrum von Entwicklungsstudios und Publishern über Dienstleister und E-Sport-Organisationen bis zu Hochschulen, Forschungseinrichtungen und weiteren Institutionen aus dem Games-Umfeld.

Politik spielt im Bericht erwartungsgemäß eine größere Rolle. Der game ist sowohl im Lobbyregister des Deutschen Bundestages als auch im Transparenzregister der Europäischen Union eingetragen. Im Geschäftsjahr 2025/2026 veröffentlichte der Verband 14 Stellungnahmen zu politischen und regulatorischen Fragen. Themen waren unter anderem die steuerliche Games-Förderung, die Gemeinnützigkeit des E-Sports, Lootboxen, Jugendschutz, Forschungsförderung sowie bessere Bedingungen für Games-Start-ups.

Auch bei den Finanzen bleibt es nicht bei allgemeinen Aussagen. Für das Geschäftsjahr weist der Bericht Gesamteinnahmen von rund 9,96 Millionen Euro und Gesamtausgaben von rund 7,61 Millionen Euro aus. Daraus ergibt sich ein Jahresergebnis von rund 2,35 Millionen Euro. Nach Angaben des Verbands gab es dabei kein Mitgliedsunternehmen, dessen jährliche Zahlungen mehr als zehn Prozent des Gesamtjahresbudgets ausmachten.

Zur Verbandsarbeit gehört außerdem die öffentliche Kommunikation. 63 Pressemeldungen veröffentlichte der game innerhalb des Geschäftsjahres. Damit wurden laut Bericht rund 5,8 Milliarden Kontakte in deutschsprachigen Online- und Printmedien erzielt. Hinzu kommen Pressekonferenzen, Social-Media-Kanäle, eigene Publikationen und Veranstaltungen. Als Mitveranstalter der gamescom ist der Verband zudem regelmäßig dort präsent, wo Games-Branche, Öffentlichkeit und Politik aufeinandertreffen.

Für Geschäftsführer Felix Falk ist die Veröffentlichung des Berichts eng mit der Rolle von Interessenvertretung in einer Demokratie verbunden. Vertrauen entstehe dort, wo Entscheidungen, Strukturen und Grundwerte nachvollziehbar seien. Der Bericht soll deshalb nicht nur Zahlen liefern, sondern auch sichtbar machen, wer innerhalb des Verbands entscheidet, wie Mittel eingesetzt werden und auf welcher Wertebasis der game seine Arbeit aufbaut.

Damit öffnet der Verband ein Stück weit die Tür zu einem Bereich, der normalerweise weniger sichtbar ist als Messestände, Spieleankündigungen oder Branchenevents. Künftig soll der Transparenzbericht jedes Jahr erscheinen. Interessant wird daher vor allem der Vergleich: Dann lässt sich nicht nur nachlesen, wie der game arbeitet, sondern auch, wie sich Mitgliederstruktur, Finanzen und politische Schwerpunkte von Jahr zu Jahr verändern.

(Quelle: game)